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Reiseziel

Das Reiseziel stellt einen Raum, entsprechende Einrichtungen und Dienstleistungen für den Touristen  zur Verfügung. Zielsetzungen sind dabei, durch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Inwertsetzung des Raumes zur Bedürfnisbefriedigung der Gäste beizutragen und hierdurch wirtschaftliche Vorteile für das Zielgebiet und die Anbieter im Zielgebiet zu generieren. Angebot und Nachfrage nach „touristischen“ Räumen treffen aufeinander – der touristische Markt ist ein Markt von Räumen, die von Touristen als Reiseziele gewählt werden können, und die von Zielgebieten als Reiseziele angeboten werden.
Der Aufenthalt des Touristen am Reiseziel ist dabei zeitlich befristet – nach einem gewissen Zeitraum erfolgt die Rückkehr an den dauernden Wohnort und damit (zumeist) in den Alltag. Nach der Definition der Welttourismusorganisation (UNWTO) müssen zwischen der Abreise vom gewöhnlichen Aufenthaltsort und der Rückkehr eine bis maximal 364 Übernachtungen liegen. Der Tourismus hat somit immer sowohl einen Raum- als auch einen Zeitbezug.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten werden am touristischen Markt Raum-Zeit-Relationen gehandelt (z.B. zwei Wochen Ägyptenurlaub mit Unterkunft und Ausflugsprogramm zum Preis von x Euro; oder fünf Tage Sylt für den Preis von y Euro pro Tag). Der Reisewillige wählt sein Reiseziel aus und durch den Wechsel des Aufenthaltsortes wird das Zielgebiet aufgesucht. Er bewegt sich für einen befristeten Zeitraum innerhalb dieses Raumes, um seine mit der Reise verbundenen Bedürfnisse (z.B. sich erholen, Neues entdecken, Freizeitaktivitäten nachgehen) bestmöglich zu befriedigen.

Die Bedeutung des Zielgebietes für die Erstellung des touristischen Gesamtproduktes wird deutlich, wenn nach dem Raum der Leistungserstellung differenziert wird. Das touristische Gesamtprodukt wird zu Teilen am gewöhnlichen Aufenthaltsort („am Heimatort“), während des Hin- und Rücktransfers („unterwegs“) und schließlich im Zielgebiet selbst produziert („am Zielort“). Das Angebot von Beherbergungs- und Verpflegungsleistungen, Reiseleitungen, Animationsdienstleistungen, Freizeitmöglichkeiten sowie Attraktionen u.v.m. wird am Zielgebiet für die touristische Nachfrage vorgehalten und vor Ort von den Touristen konsumiert. Ein großer Teil der Herstellung des touristischen Gesamtproduktes entfällt somit auf das eigentliche Reiseziel.
In der Regel ist eine ganze Reihe verschiedener Einzelunternehmen an der Aufenthaltsgestaltung im Zielgebiet des Gastes beteiligt, so dass von einer „kollektiven Produktion“ gesprochen werden kann. Der Tourist konsumiert die innerhalb eines bestimmten geografischen Raumes angebotenen Leistungen, um seine Bedürfnisse bestmöglich befriedigen zu können, und nimmt das Leistungsbündel aus Sach- und Dienstleistungen als ein Produkt wahr – das Produkt „seines“ Reiseziels. Hier konsumiert der Tourist den überwiegenden Teil der touristischen Leistungen und der Aufenthalt im Zielgebiet stellt für den touristischen Nachfrager häufig den wichtigsten Teil seiner Reisetätigkeit dar. Die Zielgebiete sind somit die „Zentren eines touristischen Kräftefeldes“ (Bernecker, P. (1956), S. 94)